Karoline Luise von Baden - Mäzenin der Botanik

  

 

Karoline Luise von Hessen-Darmstadt (1723-1783) heiratete 1751 den Markgrafen Karl Friedrich von Baden-Durlach und brachte mit Elan und Engagement das kulturelle Leben der noch jungen Residenzstadt Karlsruhe auf Vordermann. Sie spielte Cembalo und wirkte bei der Hofkapelle mit, förderte die Künste und war auch selbst eine begabte Zeichnerin, unterhielt eine umfangreiche Korrespondenz mit Intellektuellen in ganz Europa. Vor allem jedoch hatte sie ein großes Interesse für die Naturwissenschaften, insbesondere die Botanik. Aus ihrem Naturalienkabinett ging später das Naturkundemuseum hervor, sie tauschte sich mit Carl von Linné über Botanik aus und verfolgte das Projekt einer botanischen Enzyklopädie aller damals bekannten Pflanzen nach Linnés Systema Naturae und überzeugte den berühmten Kupferstecher Dagoty, qualitativ hochwertige Illustrationen anzufertigen (ein Projekt, das dann leider aus Geldmangel nicht zu Ende geführt werden konnte). 

Sie legte auch selbst Hand an und hatte im Schloss ein physikalisch-chemisches Laboratorium. Überhaupt war sie eine Anhängerin der empirischen Wissenschaften und überzeugte schließlich Joseph Gottlieb Kölreuter als erster Direktor des neu gegründeten Botanischen Gartens nach Karlsruhe zu kommen. Auch die Anwendung der Botanik lag ihr am Herzen - auf ihr Betreiben hin begründete der Markgraf in Durlach die Krappfabriken.

Nicht zuletzt lud sie die führenden Intellektuellen ihrer Zeit zu Gast - Voltaire, Kloppstock, Goethe, Herder, Gluck und Lavater gaben sich die Klinke in die Hand. Sie war neugierig und war in der intellektuellen Welt ihrer Zeit als die "Vielfragerin von Baden" bekannt.

Ihre Vision, Karlsruhe zu einem europäischen Zentrum der Künste und Wissenschaften zu machen, erlebte sie nicht mehr, sie starb mit 60 Jahren. Viele ihrer Impulse bereichern das Kulturleben der Stadt noch heute - das Naturkundemuseum, die Kunsthalle und natürlich der Botanische Garten.