Carl Christian Gmelin - Vordenker der Bioökonomie

  

 

Der Klimawandel ist in aller Munde und die Notwendigkeit, unser Wirtschaftssystem auf Nachhaltigkeit umzustellen ist in allen Köpfen angekommen. Bei dieser sogenannten Bioökonomie spielen Pflanzen eine zentrale Rolle und das KIT ist hier auch sehr aktiv. Kaum jemand weiß jedoch, dass dieses Thema schon vor der Gründung der Universität hier in Karlsruhe aktuell war. Carl Christian Gmelin (1762-1837) begründete nicht nur das Naturkundemuseum und leitete die Botanischen Gärten in Karlsruhe, sondern trug in seinem Buch "Nothhülfe gegen Mangel aus Mißwachs, ein botanischer Ratgeber" aus dem Jahr 1817 zahlreiche innovative Ideen zusammen, wie man sich mit neuartiger Nutzung von heimischen Wildpflanzen gegen die Folgen klimatischer Katastrophen wappnen kann. Auslöser war das "Jahr ohne Sommer" 1816, als aufgrund eines gewaltigen Vulkanausbruchs in Indonesien Europa unter gewaltigen Ernteausfällen litt. Viele der von Gmelin vorgeschlagenen Ideen werden heute wieder aufgegriffen. Josef Franz vom Freundeskreis Botanischer Garten am KIT e.V. hat, gemeinsam mit dem Joseph Gottlieb Kölreuter Institut für Pflanzenwissenschaften, dem KIT Archiv und dem Staatlichen Naturkundemuseum Karlsruhe spannende Zeitzeugnisse ausfindig gemacht, die nicht nur die botanischen, sondern auch die gesellschaftlichen Aspekte des Klimawandels wie Armut und Migration vom Anfang des 19. Jahrhunderts direkt in die Gegenwart projizieren.

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