Julia Ostner

Makakenfreunde Julia_Ostner
Freundschaft - alles Genetik oder "echte" Beziehung?

Evolution of social relationships in humans and other animals

Stabile Beziehungen aus gegenseitiger Zuneigung und Unterstützung, auch Freundschaft genannt, scheinen die Evolutionstheorie Lügen zu strafen. Freunde kooperieren, unterstützen sich und opfern Zeit und Ressourcen, ohne dass dies unmittelbar kompensiert wurde und ohne dass eine genetische Verwandtschaft bestünde. Gibt es solche Beziehungen außerhalb der Menschen? Was ist der evolutionäre Ursprung menschlicher Freundschaft?

Wir werden zu Menschen, weil wir soziale Wesen sind. Unser Verhalten, unser Wohlbefinden, ja sogar unsere Identität hängen davon ab, ob und wie wir mit unseresgleichen verbunden sind. Wie ist diese zentrale menschliche Fähigkeit entstanden? In einer der umfangreichsten Freilandstudien an freilebenden Assam-Makaken wird nach den Wurzeln unserer sozialen Fähigkeiten geforscht. Was sind die kognitiven Grundlagen für Freundschaften unter Männern oder für die Beziehung zwischen Mutter und Kind. Welche Rolle spielt Sozialität für Überleben und Fruchtbarkeit, wie hilft sie dabei, mit Stress, aber auch mit Parasiten oder Krankheiten zurechtzukommen?

Sprecherin

Nach dem Studium der Psychologie und der Biologie in Trier und Göttingen promovierte 2003 Julia Ostner in Würzburg und am Primatenzentrum Göttingen und war dann für zwei Jahre als Feodor Lynen Stipendiatin am Department für Anthropologie der New York State University, wechselte dann als Gruppenleiterin an das Max-Planck Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig und wurde 2008 zur Juniorprofessorin an der Göttingen berufen, wo sie seit 2014 den Lehrstuhl für Zoologie und Anthropologie innehat. Ihre Forschungsthemen sind die Evolution von Sozialität, hormonelle Grundlagen von Verhalten und sexuelle Selektion bei Primaten.