Vertical Farming
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Klingt verrückt, funktioniert aber. Unter Vertical Farming versteht man eigentlich den Anbau von Pflanzen in Regalsystemen, etwa auf Dächern oder anderen Flächen der Stadt. Das lohnt sich natürlich nicht für Grundnahrungsmittel, wohl aber für Produkte, die eine hohe Wertschöpfung haben, wie etwa Gemüse, Salate, Kräuter oder Medizinalpflanzen. Gemeinsam mit der Firma Vertical Farm Tech gehen wir nun einen Schritt weiter in die Vertikale - die Pflanzen werden nämlich gezielt einem Schwerkraftreiz ausgesetzt. Grundlage für diese Idee sind Ergebnisse aus unseren Forschungen zur Schwerkraftreaktion, die schon beinahe zwei Jahrzehnte alt sind und erst jetzt von der Öffentlichkeit "wiederentdeckt" wurden. Durch die Schwerkraftreizung werden nämlich die Mikrotubuli, Teile des sogenannten Zellskeletts, aktiviert, was in der Ausschüttung des Hormons Jasmonsäure mündet. Jasmonsäure ist nun ein wichtiger Regulator für den Sekundärstoffwechsel, der für die meisten wertgebenden Inhaltsstoffe von Pflanzen verantwortlich ist. Nachdem die ersten Arbeiten mit einem Prototypen einer Vertical Farm Kammer mit Pfefferminze als Piloten sehr vielversprechend waren, konnten wir eine Förderung durch das BIPL BW Invest Programm des Landes einwerben. Damit soll diese neue Technologie wertvoller Heilpflanzen oder Funktioneller Nahrungsmittel ermöglichen. In Zusammenarbeit mit Biopro BW und der Fachinitiative Phytopharmaka des Landes arbeiten wir derzeit daran, diese Technik für die Bioökonomie zu entwickeln. Voraussichtlich im Juli 2025 startet unser neues Projekt VFTHero, wo es darum geht, die neue Technologie für die Erzeugung von Rhizompflanzen wie Curcuma, Wasabi oder Rhodiola zu entwickeln. mehr... |
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Neues Projekt im Bereich Vertical FarmingAm 1. November beginnt ein neues Kooperationsprojekt mit dem Start-up Vertical Farming und dem Max-Rubner-Institut, gefördert vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Laufzeit ist drei Jahre. In einem vom Land Baden-Württemberg geförderten Vorgängerprojekt wurde in der Versuchsanstalt des JKIP ein Prototyp für eine Vertical Farm Installation getestet, bei dem die Bildung von wertgebenden Inhaltsstoffen durch wiederholte Schwerkraftreizungen stimuliert wurde. In diesem Zusammenhang wurde entdeckt, dass durch Aeroponik (Besprühen mit einem Nährstoffnebel) das Wurzelwachstum in bisher nie gekanntem Ausmaß gesteigert werden kann. Das neue Projekt will nun diese Entdeckung weiterentwickeln. Es geht um hochpreisige Rhizompflanzen wie Ingwer, Curcuma oder Wasabi. Um die kostbaren Produkte vor Befall durch Krankheitserreger zu schützen wird eine neue Technologie getestet, wobei die Wurzeln mit von uns identifizierten Wurzelbakterien behandelt werden, die in der Lage sind, das pflanzliche Immunsystem zu stimulieren. Auf diese Weise hoffen, wir, dass man nicht nur chemische Pflanzenschutzmittel vermeiden kann, sondern auch auf die im Bereich Vertical Farming extremen Quarantänestandards verzichten kann, was die Kosten stark absenken und den Wirkungskreis dieser neuen Anbaumethode beträchtlich erweitern würde. |
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