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Neues Projekt im Rahmen des Wild Ideas ProgrammHygrophila, ein neues Modell, um Anpassung an Stress zu untersuchen steht im Zentrum der Forschungen von Dr. Jathish Ponnu und seinem Team. Diese amphibische Pflanze aus Indien kann bei Überflutung Unterwasserblätter bilden, die nicht nur ganz anders aussehen, sondern auch hinsichtlich Stoffwechsel und Struktur an das Wasser angepasst sind. Wenn der Standort wieder trockenfällt, bilden sie hingegen Luftblätter, die an das Landleben angepasst sind. Was also vor einer halben Milliarde Jahre beim Landgang der Pflanzen neu entwickelt wurde, läuft hier binnen weniger Tage ab. Inzwischen ist klar, dass Pflanzen für die Stressbewältigung die Hilfe von Mikroorganismen im Wurzelraum in Anspruch nehmen, ähnlich wie wir es mit unserer Darmflora tun. Das gilt vermutlich auch für Hygrophila. Das Projekt versucht, diese Mikroben zu finden und ist eine Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Anne Kaster am IBG 5 im Campus Nord. Es ist schwierig, die Bakterien am Ursprung in Indien zu untersuchen, aber ein seltsames Phänomen hilft: durch die Abwärme eines Kraftwerks ist in Nordrhein-Westfalen ein Bach entstanden, dessen tropisch warmes Wasser eine exotische Flora von Wasser- und Sumpfpflanzen angezogen hat und wo auch Hygrophila vorkommt. Das bietet günstige Bedingungen, die von Hygrophila gezielt angelockte Bakterienflora zu untersuchen. |
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